Studien
 

Zur Verbesserung der Diagnostik und Therapie von Pankreaserkrankungen sind eine Reihe klinikeigener, nationaler und internationaler Studien im Pankreaszentrum am St. Josef-Hospital Bochum am Laufen.

Neue Studie zur Prävention eines Diabetes mellitus nach Pankreasoperation

Im Rahmen einer aktuellen Studie untersuchen wir im Pankreas-Zentrum des St.Josef- Hospitals der Ruhr-Universität-Bochum, ob durch die Einnahme eines neuen Antidiabetikums vor bzw. nach einer Pankreasoperation die Entwicklung eines Diabetes mellitus verhindert werden kann, indem durch eine Vermehrung der Betazellen das fehlende Pankreasgewebe kompensiert wird.

Bei einer Vielzahl von Patienten, die sich aufgrund von, z. B. einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung einer Teilentfernung des Pankreasgewebes unterziehen müssen, entwickelt sich ein Diabetes mellitus.

Dabei handelt es sich um eine chronisch fortschreitende Erkrankung, die aufgrund von Insulinmangel zu einer erhöhten Blutzuckerkonzentration führt. Diese führt wiederum zu einer Reihe von Folgeschäden, bzw. einem  erhöhten Risiko an z. B. Bluthochdruck, Niereninsuffizienz zu erkranken oder einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Das zur Blutzuckersenkung erforderliche Insulin wird in den so genannten Betazellen der Bauchspeicheldrüse (= Pankreas) gebildet. Wird nun im Rahmen einer Pankreasoperation ein Teil des Gewebes entfernt, ist möglich, dass nur noch eine verminderte Anzahl von Betazellen zur Verfügung steht. Eine ausreichende Insulinproduktion zur Senkung des Blutzuckers wäre dann nicht mehr gewährleistet.

In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass die Gabe dieses Medikamentes, das erfolgreich bei Diabetikern zur Blutzuckersenkung eingesetzt wird, zu einer Vermehrung der Betazellen führt.

Falls eine Steigerung der Betazellzahl auch beim Menschen möglich wäre, könnte darüber eine erhöhte Insulinsekretion erreicht werden.

Eine – trotz Pankreasresektion - ausreichende Insulinresektion könnte die Entwicklung eines Diabetes mellitus verzögern oder sogar verhindern.

Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, stehen wir Ihnen gerne für ausführliche Informationen zur Verfügung.

 

Kontakt über Frau N.Schenker (Studienärztin),

St.Josef-Hospital-Bochum: nina.schenker@gmx.de

Akute Pankreatitis

Die wissenschaftlichen Arbeiten und Projekte beschäftigen sich mit der Diagnostik und hier insbesondere darum, warum eine schwere, d. h. nekrotisierende Verlaufsform auftritt (Laborparameter und Genetik), des weiteren mit der besseren schnellen Schweregradeinschätzung der Erkrankung mit Hilfe von Blutparametern und mit der frühzeitigen Voraussage der Infektion der Nekrosen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt betrifft die medikamentöse Therapie der schweren akuten Pankreatitis. Besonderes Augenmerk gilt daneben den postoperativen Folgezuständen, die konservativ oder operativ zu behandeln sind.

Chronische Pankreatitis

Interdisziplinär wird die Diagnostik verbessert mit Studien zur Diagnostik mittels endosonographischer Methoden und dem differenzierten Einsatz interventioneller und chirurgischer Behandlungskonzepten bei Komplikationen der chronischen Pankreatitis. Ein weiterer Fokus beschäftigt sich mit den postoperativen Folgezuständen und der Erforschung der chronischen Cholangitis nach erfolgter Operation und der Vermeidung des Diabetes mellitus mit neuen Operationsformen (Inselzell-Autotransplantation) und neuen Medikamenten in diesem Bereich.

Pankreas-Karzinom

Beim Pankreas-Karzinom können individualisierte Therapiestrategien, je nach Stadium der Erkrankung angeboten werden, die alle das Ziel der Verbesserung der Prognose bei dieser Erkrankung haben.

Bei resektablen Tumoren erfolgt heute als Standard eine adjuvante Chemotherapie. Dieser Standard ist entsprechend der aktuell erstellten S3-Leitlinie zum gegenwärtigen Zeitpunkt Gemcitabin (Gemzar).

Das Pankreaszentrum am St. Josef-Hospital nimmt bei der ESPAC-III-Studie teil. Dies ist eine europäische Multizenter-Studie, die nach erfolgter Resektion von Pankreastumoren die Wertigkeit der adjuvanten Chemotherapie mit Gemcitabin oder 5 FU und Folinsäure prüft. Zur weiteren Prognoseverbesserung laufen an unserem Zentrum weitere stadienanhängige Studien beim Pankreaskarzinom, aktuell die postoperative adjuvante Chemotherapie mit Gemcitabin in Kombination mit Cetuximab (Erbitux), einem Antikörper gegen Wachstumsfaktorrezeptoren. Darüber hinaus wird demnächst in einer weiteren Studie die Rolle einer neoadjuvanten Radio-Chemotherapie mit einem Antikörper bei resektablen Tumoren überprüft.

Bei fortgeschrittenen Tumoren (mit Tochtergeschülsten = Metastasen) beteiligt sich das Pankreaszentrum Bochum an der sogenannten Endotag-Studie, eine Kombinationstherapie von Gemcitabin mit einem neuen Chemotherapeuticum der Firma Medigene.

Weitere Studien oder Details sind auf Anfrage erhältlich. Bitte sprechen Sie uns an!